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Totengedenken

von Bundespräsident Joachim Gauck
bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag
im Plenarsaal des Deutschen Bundestages
am 15. November 2015

Wir denken heute 
an die Opfer von Gewalt und Krieg,
an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken 
der Soldaten, die in den Weltkriegen starben,
der Menschen, die durch Kriegshand­lungen oder 
danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und
Flüchtlinge ihr Leben verloren. 

Wir gedenken derer,
die verfolgt und getötet wurden,
weil sie einem anderen Volk angehörten, 
einer anderen Rasse zugerechnet wurden,
Teil einer Minderheit waren oder deren Leben 
wegen einer Krankheit oder Behinderung 
als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer,
die ums Leben kamen, weil sie Widerstand 
gegen Gewaltherrschaft geleistet haben,
und derer, die den Tod fanden, weil sie an 
ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten. 

Wir trauern 
um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage,
um die Opfer von Terrorismus und 
politischer Verfolgung,
um die Bundeswehrsoldaten und 
anderen Einsatzkräfte, 
die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer,
die bei uns durch Hass und Gewalt gegen 
Fremde und Schwache Opfer geworden sind. 

Wir trauern mit allen, 
die Leid tragen um die Toten und 
teilen ihren Schmerz.

Aber unser Leben steht im Zeichen der 
Hoffnung auf Versöhnung unter den 
Menschen und Völkern,
und unsere Verantwortung gilt dem 
Frieden unter den Menschen zu Hause 
und in der ganzen Welt.